Geschichte des Tagebaus Berzdorf

Bergmännische Tätigkeiten im Gebiet des heutigen Tagebaues Berzdorf können bis in das 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Um 1839 gab es eine Braunkohlengräberei in Schönau auf dem Eigen und von 1841 sind die Berzdorfer Gruben bekannt. Ab 1873 bestand bei Berzdorf ein Tiefbau. Um 1900 hatte das Berzdorfer Bergwerk eine Jahresförderung in der Größenordnung von 10.000 bis 15.000 t. Die Rohkohle wurde meist zu „Kohlenziegeln“ oder Nasspresssteinen verarbeitet.

Von 1917 bis 1924 wurde das Bergwerk vom Tiefbau zum Tagebau umgestellt. Die Kohleförderung blieb dabei im geringen Rahmen.

In den 1950er Jahren erfolgte die Entwicklung des Braunkohlenfeldes zu einem modernen Großtagebau (VEB BKW Oberlausitz). Damit im Zusammenhang zu sehen ist der Auf- und Ausbau des Kraftwerkes (1958-1977) Hagenwerder, dessen Versorgung mit Braunkohle Hauptaufgabe des Tagebaues Berzdorf war. Daneben wurden jahrelang im Bahntransport Kohleganzzüge nach Pirna abgefahren.

Der Tagebaubetrieb hatte die Inanspruchnahme folgender Orte zur Folge:
- Berzdorf a. d. Eigen (1957-1970, Ortsabbruch 1969/70, amtliche Umsiedlerzahl: 400 Personen)
- Neuberzdorf (1988-1991, Ortsabbruch 1989/90, amtliche Umsiedlerzahl: 185 Personen)
- Deutsch-Ossig (1986-1992, Ortsabbruch 1990/92, amtliche Umsiedlerzahl: 627 Personen)

Der Tagebau Berzdorf erreichte im Jahre 1985 seine maximale Jahresförderleistung von 16,5 Mio. t Kohle. Seit Aufnahme der Kohleförderung im Jahre 1946 bis zum Jahr 1994 wurden ca. 318 Mio. t Rohbraunkohle gefördert und ca. 680 Mio. m³ Abraum bewegt. Von 1988 bis 1993 wurden Abraummassen für die Aufschüttung der Außenhalde "Neuberzdorfer Höhe" verwendet.

Mit der etappenweisen Stilllegung des Großkraftwerkes Hagenwerder (Hagenwerder I - 1991, Hagenwerder II - 1996) verringerte sich die Bedeutung des Tagebaues Berzdorf. Die Stilllegung von Hagenwerder bedingte die Einstellung der Kohleförderung zum 28. Dezember 1997. In der Lagerstätte verblieb ein Restvorrat von ca. 16 Mio. t.

Die Sanierungsarbeiten erfolgten durch die LMBV mbH führten zu einem großen Tourismus- und Naherholungsgebiet am neu entstandenen Berzdorfer See. Die Flutung des Berzdorfer Sees soll 2010 abgeschlossen sein.