Geschichte der Tagebaue Lohsa

1933 begann die Erschließung des Tagebaues II Werminghoff durch die Eintracht Braunkohlenwerke und Brikettfabriken AG, Berlin. Der Lagerstätteninhalt von 53 Mio. t Kohle wurde bis 1960 gewonnen. Mit der Auskohlung dieses Tagebaues - nach 1948 Glückauf II genannt - waren die Kohlevorkommen in der westlich Lohsa liegenden Umgebung erschöpft. Die entstandenen Restseen werden als Wasserspeicher Lohsa I entwickelt und als Naherholungsgebiete unter den Namen Restsee Mortka und Silbersee bekannt.

Bereits 1942 wurden, nunmehr durch die Anhaltinischen Kohlewerke AG, Vorbereitungsarbeiten für die Fortführung der Kohleförderung im Raum Lohsa getroffen, indem der Tagebau III (Lohsa) aufgeschlossen wurde. In diesem Tagebau wurden in Summe ca. 1,2 Mrd. m³ Abraum bewegt und im Zeitraum 1950-1984 in drei Abbaufeldern 300 Mio. t Kohle gewonnen. Die höchste Kohlejahresförderung wurde 1963 mit 18,7 Mio. t erzielt. Betreiber des Tagebaus war der VEB BKW Glückauf.

Nach der Auskohlung 1984 ersetzte der unmittelbar neben dem Tagebau Lohsa entwickelte Tagebau Dreiweibern zumindest einen Teil des Kohleförderaufkommens bis 1989. Hier wurden ca. 14 Mio. t Rohbraunkohle gefördert.

Der Tagebaubetrieb verursachte die Ortsinanspruchnahme von Neu-Lohsa im Zeitraum 1943 bis 1944 (amtliche Umsiedlerzahl: 61 Personen), Neida im Zeitraum 1952 bis 1953 (amtliche Umsiedlerzahl: 90 Personen), Ratzen mit den Ortsteilen Geißlitz und Kolpen im Zeitraum 1958 bis 1960 (amtliche Umsiedlerzahl: 150 Personen) sowie die Teilortsinanspruchnahme von Lippen im Zeitraum 1961 bis 1962 (amtliche Umsiedlerzahl: 95 Personen) und Dreiweibern im Jahre 1985 (amtliche Umsiedlerzahl: 10 Personen).