Geschichte des Tagebaus Welzow-Süd

Das Braunkohlenfeld Welzow-Süd umfasst eine Fläche von insgesamt ca. 11.200 ha und erstreckt sich im Südwesten des Landkreises Spree-Neiße und im Ostteil des Landkreises Oberspreewald-Lausitz des Landes Brandenburg und ragt darüber hinaus im Bereich der Gemeinde Elsterheide, Landkreis Bautzen, in das Gebiet des Freistaates Sachsen hinein.

Der Lagerstättenkomplex setzt sich zusammen aus den Teilfeldern Welzow-Süd, Proschim und dem Flugplatzfeld. Der auf sächsischem Territorium liegende Abbaubereich umfasst nur 46 ha und ist dem Feld Proschim zuzuordnen. Der Abbau des Tagebaus Welzow-Süd begann 1959 durch den VEB Kombinat Schwarze Pumpe mit der Aufschlussentwässerung und ab 1966 konnte die Kohleförderung aufgenommen werden. Die Kohle war vornehmlich für die Verwendung im VEB Kombinat Schwarze Pumpe (später VEB Gaskombinat Schwarze Pumpe) bestimmt. Der Tagebau Welzow-Süd wurde am 29. Juni 1990 vom VEB BKW Welzow in die LAUBAG überführt und wird seit 2003 von der Vattenfall Europe Mining AG betrieben.

Im Jahr 1992 begann man gemäß dem Gesetz zur Einführung der Regionalplanung und der Braunkohlen- und Sanierungsplanung im Land Brandenburg (RegBkPlG) mit der Erarbeitung eines Braunkohlenplanes für den Tagebau Welzow. Auf Grund des langen Planungshorizonts wurde damals das Abbaufeld planerisch in zwei räumliche Teilabschnitte (TA) geteilt, wobei der räumlichen TA II die nahtlose Fortsetzung des räumlichen TA I darstellt.

Für den Tagebau Welzow-Süd, räumlicher TA I, liegt ein von der Landesregierung des Landes Brandenburg am 21. Juni 2004 bestätigter Braunkohlenplan vor. Dieser Braunkohlenplan sieht vor, dass bis spätestens 2015 in einem anschließenden Braunkohlenplanverfahren die Entscheidung über eine Weiterführung des Tagebaus in den räumlichen Teilabschnitt II zu treffen ist. Mit einer Kohlegewinnung im Teilabschnitt II könnten weitere 204 Mio. t für den Abbauzeitraum bis ca. 2042 zur Verwendung in den Kraftwerken und in der Brikettfabrik am Standort Schwarze Pumpe (Vattenfall Europe Generation AG) zur Verfügung stehen.

Im Jahr 2007 wurde im Land Brandenburg mit dem Planverfahren für den Teilabschnitt II begonnen. Mit dem Beschluss der Verbandsversammlung am 7. Mai 2009  zur Aufstellung eines Braunkohlenplanes für den sächsischen Teil wurde im Freistaat Sachsen das Planverfahren eröffnet. Verfahrensträger für den brandenburgischen Teil war die Gemeinsame Landesplanung der Länder Berlin und Brandenburg und für den sächsischen Teil der Regionale Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien. Beide Verfahren wurden zeitlich und inhaltlich miteinander abgestimmt.

Nach umfangreichen Beteiligungsverfahren in beiden Ländern unter Einbeziehung der Öffentlichkeit konnten beide Verfahren im Jahr 2014 abgeschlossen werden. Am 7. Juli 2014 beschloss die Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes den Braunkohlenplan als Satzung und legte ihn der Obersten Raumordnungs- und Landesplanungsbehörde zur Genehmigung vor. Mit Schreiben vom 30. März 2015 wurde durch das Sächsische Staatsministerium des Innern die Genehmigung erteilt. Die Verordnung des Landes Brandenburg zum Braunkohlenplan Welzow-Süd (brandenburgischer Teil) vom 21. August 2014 ist am 3. September 2014 in Kraft getreten.