Bereits 2009 bewarb sich der Regionale Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien in Kooperation u. a. mit den beiden Landkreisen Bautzen und Görlitz im Rahmen eines Modellvorhabens der Raumordnung (MORO) zum Thema "Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel". Dabei wurden bundesweit Modellregionen gesucht, die exemplarisch regional bis überregional realisierbare Maßnahmen der Raumordnung zur Bewältigung des Klimawandels entwickeln und erproben wollen. Leider gehörte die Planungsregion nicht zu den insgesamt acht ausgewählten Modellregionen.
Dessen ungeachtet sollte der mit der Bewerbung begonnene Prozess fortgesetzt werden. Der Regionale Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien organisierte aus diesem Grund nach zahlreichen Vorgesprächen gemeinsam mit dem Umweltamt des Landratsamtes Bautzen im Juni 2010 in Kamenz eine Veranstaltung zur Weiterführung des Klimaanpassungsprojektes. Mit Frau Prof. Dr. Catrin Schmidt von der TU Dresden, Institut für Landschaftsarchitektur konnte eine erfahrene Wissenschaftlerin gewonnen werden, die gemeinsam mit ihrem Hochschulteam zunächst eine Verwundbarkeitsanalyse (Vulnerabilitätsanalyse) erarbeitet hat. Die Arbeiten an der Studie erfolgten im Zeitraum von September 2010 bis April 2011.
In dieser Studie wurden nach Auswertung der bisherigen klimatischen Entwicklung und der vorliegenden Klimaprojektionen für die Region die Auswirkungen der Verringerung des sommerlichen Niederschlags i. V. mit der Temperaturerhöhung auf relevante Raumnutzungen und Raumfunktionen (z. B. Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, Naturschutz, Wasserwirtschaft, Bergbaufolgelandschaften) untersucht. Damit können eine regionale Differenzierung der Anfälligkeit gegenüber der Klimaänderung erreicht und besonders betroffene Räume abgegrenzt werden.
Die Studie soll eine überfachliche Diskussion zu möglichen Konfliktfeldern auf Grundlage konkreter wissenschaftlicher Erkenntnisse ermöglichen. Als Beispiel seien potenzielle Konflikte bei der zukünftigen Wasserverteilung genannt. Eine Betrachtung über die Grenzen eines einzelnen Landkreises hinaus bietet sich dafür an.
Die Ergebnisse des Projektes zur Klimaanpassung sollen bei den formellen Instrumenten (Regionalplan, Braunkohlenpläne), in der Regionalentwicklung und in der täglichen Arbeit der Verwaltungen in der Planungsregion genutzt werden. Darüber hinaus soll das Projekt dazu dienen, die Kompetenzen der Verwaltungen zu verbessern, die mit dem Thema Klimaschutz und Klimaanpassung befassten regionalen Akteure zu vernetzen und so eine „regionale Klimawandel-Governance“ zu entwickeln.
Herr Weichler
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